Brustkrebs stellt nach wie vor eine der grössten gesundheitlichen Herausforderungen in den ländlichen Regionen Kenias dar. Mehr als die Hälfte der betroffenen Frauen erhält ihre Diagnose erst in einem fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung – häufig zu einem Zeitpunkt, an dem eine heilende Behandlung nur noch eingeschränkt möglich ist. Eine frühzeitige Erkennung und eine rechtzeitige Behandlung sind entscheidend, um die Sterblichkeit zu senken und die Heilungschancen deutlich zu verbessern.
Das Mercy Steps Program ist eine gemeinnützige Initiative, die sich für die Förderung der Brustgesundheit und die Aufklärung über Brustkrebs in ländlichen Gemeinden Kenias einsetzt. Im Mittelpunkt stehen Gesundheitsbildung, Früherkennung und die aktive Einbindung der Gemeinschaft als wesentliche Bausteine im Kampf gegen Brustkrebs.
Eine frühe Diagnose erhöht die Überlebenschancen erheblich. Deshalb ermutigt das Programm Frauen und Männer dazu, offen über Brustgesundheit zu sprechen. Frauen lernen, Veränderungen wie Knoten, Verhärtungen oder andere ungewöhnliche Auffälligkeiten frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig werden auch Männer dazu ermutigt, aufmerksam zu sein und ihre Partnerinnen zu unterstützen, wenn ihnen Veränderungen auffallen. Das Bewusstsein beider Geschlechter trägt dazu bei, ein unterstützendes Umfeld zu schaffen, in dem frühzeitiges Handeln gefördert wird.
Ein zentraler Bestandteil der Kampagne ist es, Gespräche über den weiblichen Körper zu enttabuisieren und Frauen zur regelmässigen Selbstuntersuchung der Brust zu ermutigen. Die Teilnehmerinnen erfahren, dass gesunde Brüste keine Knoten, Verletzungen oder ungewöhnlichen Veränderungen aufweisen sollten und dass jede Auffälligkeit möglichst früh ärztlich abgeklärt werden muss.
Die Initiative richtet sich in erster Linie an Menschen in ländlichen Regionen Kenias und arbeitet eng mit Gesundheitsfachkräften zusammen, darunter Pflegefachpersonen, Ärztinnen und Ärzte sowie Fachkräfte der Palliativversorgung. Viele von ihnen engagieren sich ehrenamtlich und ermöglichen damit eine umfassende Betreuung der Betroffenen.
Darüber hinaus werden Angehörige, Freiwillige und weitere Mitglieder der Gemeinschaft ermutigt und geschult, Menschen mit Krebs während der gesamten Erkrankung einfühlsam zu begleiten und zu unterstützen. Gemeinsam schaffen wir ein Netzwerk der Fürsorge, das Betroffenen und ihren Familien Hoffnung, Orientierung und praktische Hilfe bietet.
Krebs ist in Kenia nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten die dritthäufigste Todesursache. In vielen Gemeinden gilt eine Krebsdiagnose noch immer als Todesurteil – vor allem aufgrund der häufig späten Diagnose und des eingeschränkten Zugangs zur medizinischen Versorgung. Brustkrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebsart im Land. Jährlich werden rund 6’000 Neuerkrankungen registriert, von denen etwa die Hälfte tödlich verläuft.
Weltweit sterben jedes Jahr mehr als eine halbe Million Frauen an Brustkrebs. Diese Zahl verdeutlicht die dringende Notwendigkeit, das Bewusstsein für Brustgesundheit zu stärken, die Früherkennung zu fördern und den Zugang zu einer rechtzeitigen und angemessenen medizinischen Versorgung zu verbessern
Die finanzielle Belastung durch Brustkrebs ist in Kenia enorm. Bereits diagnostische Untersuchungen wie Mammografien können mehr kosten als ein durchschnittliches Monatseinkommen und sind daher für viele Menschen kaum erschwinglich. Zwar übernimmt der National Hospital Insurance Fund (NHIF) einen Teil der Behandlungskosten, die Leistungen beschränken sich jedoch überwiegend auf den Krankenhausaufenthalt. Kosten für Untersuchungen, Medikamente und weitere Behandlungen müssen die Betroffenen häufig selbst tragen.
Selbst Familien mit mittlerem Einkommen geraten dadurch oft in erhebliche finanzielle Schwierigkeiten. Um die Behandlung finanzieren zu können, sehen sich viele gezwungen, ihre Ersparnisse aufzubrauchen oder sogar ihr Eigentum zu verkaufen.
Der Zugang zu onkologischen Fachleistungen ist in Kenia nach wie vor eingeschränkt. Selbst in städtischen Zentren wie Nairobi kann es mehrere Monate dauern, bis Patientinnen und Patienten einen Termin bei einer Fachärztin oder einem Facharzt erhalten.
Für Menschen in ländlichen Regionen sind die Herausforderungen noch grösser. Lange Anfahrtswege, hohe Reisekosten und eine unzureichende Gesundheitsinfrastruktur erschweren den Zugang zu einer frühzeitigen Diagnose, einer angemessenen Behandlung und einer kontinuierlichen medizinischen Betreuung erheblich.
In vielen Gemeinden Kenias ist Brustkrebs noch immer ein Tabuthema. Fehlende Aufklärung und unzureichendes Wissen führen häufig zu Missverständnissen, Vorurteilen und einer verzögerten Inanspruchnahme medizinischer Hilfe. Manche Frauen ignorieren die ersten Anzeichen der Erkrankung, während andere ihre Diagnose ohne angemessene Beratung oder Unterstützung nur schwer annehmen können.
Die Möglichkeiten zur Diagnose und Behandlung von Krebs sind in Kenia nach wie vor begrenzt. Die meisten spezialisierten Einrichtungen befinden sich in Nairobi, wodurch insbesondere Menschen in ländlichen Regionen nur eingeschränkten Zugang zu einer frühzeitigen Diagnose und einer angemessenen Behandlung haben.
Behandlungen wie Chemotherapie und Strahlentherapie sind mit hohen Kosten verbunden, und viele notwendige Untersuchungen werden von der Krankenversicherung nicht übernommen.
Die finanziellen Belastungen der Krebsbehandlung stellen für viele Familien eine grosse Herausforderung dar und können sie langfristig in erhebliche wirtschaftliche Schwierigkeiten führen.
Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur die Patientinnen und Patienten selbst, sondern auch das gesamte familiäre Umfeld. Viele Betroffene verlieren während der Behandlung ihre Arbeitsstelle oder können aufgrund häufiger Krankenhausaufenthalte und körperlicher Einschränkungen ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen.
Fehlen ausreichende soziale Unterstützungssysteme, geraten viele Familien zunehmend in finanzielle Not. Oft sind sie nicht mehr in der Lage, grundlegende Ausgaben wie die Ausbildung ihrer Kinder oder andere lebenswichtige Bedürfnisse zu finanzieren.
Zwar ermöglicht eine Anstellung den Zugang zum National Hospital Insurance Fund (NHIF), doch dessen Leistungen reichen für eine umfassende Krebsversorgung häufig nicht aus. Viele Kosten für Diagnostik, Medikamente und Behandlungen müssen weiterhin von den Betroffenen selbst getragen werden.
Der grösste Teil der Krebsbehandlungen in Kenia findet am Kenyatta National Hospital in Nairobi statt – einem der wenigen öffentlichen Krankenhäuser des Landes mit einem vollständig ausgestatteten onkologischen Zentrum. Viele Patientinnen und Patienten legen weite Strecken zurück und müssen lange Wartezeiten in Kauf nehmen, um eine medizinische Behandlung zu erhalten.
Schätzungen zufolge sterben in Kenia täglich rund 80 Menschen an Krebs – viele von ihnen aufgrund einer späten Diagnose und eines eingeschränkten Zugangs zu einer bezahlbaren und rechtzeitigen Behandlung.
Einige lebensrettende Medikamente, wie beispielsweise Trastuzumab, das häufig zur Behandlung aggressiver Formen von Brustkrebs eingesetzt wird, sind in Kenia grundsätzlich verfügbar. Aufgrund ihrer hohen Kosten bleiben sie jedoch für viele Patientinnen unerschwinglich. Bereits eine einzige Dosis kann mehr als 150’000 Kenia-Schilling (KSh) kosten und damit die finanziellen Möglichkeiten vieler Betroffener übersteigen.
Obwohl diese Medikamente die Heilungs- und Überlebenschancen deutlich verbessern können, verhindert ihre mangelnde Erschwinglichkeit häufig den Zugang zu einer lebenswichtigen Behandlung.
Die Behandlung von Brustkrebs erfordert häufig eine Mastektomie (Brustentfernung), die für viele Frauen tiefgreifende emotionale, psychische und soziale Folgen haben kann. Der Verlust einer Brust beeinflusst häufig das Körperbild, das Selbstwertgefühl und die persönlichen Beziehungen.
In einigen Fällen erfahren betroffene Frauen Ausgrenzung, Vernachlässigung oder werden von ihren Partnern verlassen, da Weiblichkeit in manchen Gemeinschaften noch immer stark mit dem äusseren Erscheinungsbild verbunden wird.
Zusätzlich stellen die Kosten für Brustprothesen, Prothesen
Der Zugang zur Palliativversorgung ist in Kenia trotz ihrer Anerkennung als grundlegendes Menschenrecht weiterhin eingeschränkt. Viele Menschen mit fortgeschrittener Krebserkrankung erhalten nicht die notwendige Unterstützung für eine wirksame Schmerzbehandlung und eine würdevolle Begleitung am Lebensende.
Hospize und palliative Versorgungsangebote reichen bei weitem nicht aus, um den bestehenden Bedarf zu decken. Daher sind viele Familien gezwungen, ihre schwerkranken Angehörigen zu Hause zu pflegen – häufig ohne ausreichende Ressourcen, medizinische Hilfsmittel oder entsprechende Schulung.
Der Ausbau der Palliativversorgung ist ein wichtiger Schritt, um die Lebensqualität von Menschen mit fortgeschrittenem Krebs zu verbessern und ihre Familien in einer der schwierigsten Phasen ihres Lebens zu entlasten.
Um die Krebsversorgung in Kenia nachhaltig zu verbessern, sind gemeinsame Anstrengungen und langfristiges Engagement erforderlich. Wichtige Handlungsfelder sind:
Mit gemeinsamer Verantwortung, nachhaltigen Investitionen und einer engen Zusammenarbeit zwischen Gemeinden, Gesundheitsfachkräften, Organisationen und politischen Entscheidungsträgern können die Überlebenschancen und die Lebensqualität von Menschen mit Brustkrebs und ihren Familien langfristig verbessert werden.
Als gemeinnützige Organisation ist das Mercy Steps Program auf die Unterstützung engagierter Menschen angewiesen.
Gemeinsam ermöglichen wir Frauen nach ihrer Anmeldung kostenlosen Zugang zu Informationen über Brustgesundheit, Früherkennung, wichtigen Hilfsmitteln und persönlicher Begleitung – dort, wo sie am dringendsten benötigt werden.
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